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KW51 2001

16.12.2001 - 22.12.2001

Es ist Sonntag der 16.12. und wir segeln in einen wunderschönen Tag hinein, und, es ist der 3.Advent.
Da es scheint als könnten wir gleich das Segel wechseln, zieht sich der Wachwechsel heute früh ein wenig hin. Doch es hat sich gelohnt. Um viertel vor sieben setzen wir den Spi und gleiten mit feinen 5 Kts. dahin. Etwas später gibt es zu diesem schönen Segelwetter auch noch ein feudales Frühstück, so mit frisch gebackenem Brot, Banana Pancake, und einen schönen frischen Obstsalat. Wenn auch unser Vorrat an frischem Obst und Gemüse so langsam übersichtlich wird, Skorbut werden wir sicherlich nicht bekommen.
Es ist nicht all zu viel Wind, doch er ist schön beständig und dass bei strahlend blauem Himmel, also feinstes Passatwetter und das bei 30°C Lufttemperatur.
Da kann man es doch aus halten, oder!? Morgen soll es laut Wetterbericht zwar Flaute geben, doch da lassen wir uns mal überraschen.
Keine Flaute gibt es beim Anglerglück. Thomas hat bereits in seiner Frühwache eine, was wohl, genau: eine fette Dorrade gefangen. Da jede dieser Dorraden irgendwie anders aussieht und es immer wieder aufs neue eine wahre Pracht ist, bekommt ihr auch hiervon wieder ein Bild zu sehen.

   Da wir uns heute abend eine schöne Paella machen, wir essen ja nicht jeden Tag Fisch, kommt dieser Fisch, schön filetiert, bis morgen in den Kühlschrank.
Auch wenn heute Sonntag ist, und am siebten Tage soll man ja bekanntlich ruhen, ist für heute noch was wichtiges zu erledigen: der Tiefkühler und der Kühlschrank müssen komplett abgetaut werden. Doch das läuft wie geschmiert und innerhalb weniger Stunden haben wir alles wieder gut verstaut und das ohne Verluste. Diese Geräte müssen schon funktionieren, sonst ist Schluss mit dem Luxus sich mittags ins Cockpit zu setzen und ein Eis schmatzen. Wie man sieht geht uns gut und lassen wir es uns gut gehen. Ganz gut geht es auch mit dem Spinaker voran, sogar so gut, dass wir ihn über Nacht gesetzt lassen.


Montag morgen und heute will es einfach nicht hell werden. Es ist schon 07:00 Uhr bis es langsam hell wird und erst knapp eine halbe Stunde später geht die Sonne auf. Sicherlich, es war wieder ein wunderschöner Sonnenaufgang, aber sie war schon ein wenig spät dran. Vielleicht sollten wir mal wieder unsere Zeitzone checken!
Zu checken ist auch die Besegelung da der Wind etwas dreht und es angebrachter ist den Spi gegen den Genaker zu tauschen. 2 Stunden segeln wir mit dem weiter, dann wird der Wind stärker und wir ziehen es vor das Segel noch mal zu wechseln und die Fock kommt raus. So nehmen wir Frühstückskurs, denn gefrühstückt wird immer um 10:00 Uhr. So, und da wir nach dem Frühstück frisch gestärkt sind wird direkt im Anschluss das Großsegel gesetzt. Mit halbem Wind können wir so bis zum späten Nachmittag segeln. Ehe es wieder dunkel wird, rüsten wir uns für die Nacht und machen ein Reff in das Groß. Da es heute morgen erst so spät hell wurde, wird es jetzt auch eher spät dunkel, doch unsere Position sagt uns das es eigentlich noch nicht an der Zeit ist die Zeit um zu stellen, denn am Nachmittag haben wir erst den 40. Längengrad überfahren. So ist es also noch fast hell, wie wir zum Abendessen den fangfrischen Fisch genießen, ehe wir mit perfekt getrimmten Segeln in die Nacht steuern. 23:33 Uhr als auf dem GPS noch 1200sm Distanz erscheinen und von Tag zu Tag werden es weniger. Eine sternenklare und ruhige Nacht durchfahren wir, ehe uns der Mittwoch mit einem fürchterlich diesigen Wetter begrüßt, und bald ist auch schon klar warum.

Sie ist tatsächlich da, die Flaute! Nur eine knappe Stunde können wir am Vormittag segeln, ansonsten sind die Maschinen an. Doch dauernd unter Motor geht auch nicht, denn Diesel ist auf solchen Strecken ein knappes Gut, also muss sowas auch mal ausgesessen werden und wir lassen uns treiben. Das ist die Gelegenheit um ein kleines Bad in der großen Wanne zu nehmen. So denken allerdings nur drei von Vieren: Einer sollte ja vielleicht an Bord bleiben, und dann muss das ja auch dokumentiert werden durch ein Foto. Na ja, das mit dem fotografieren ist ein Vorwand, nicht der Grund.
Ich muss das nicht haben! Vor diesem vielen Wasser, respektive davor was sich darin so alles befindet, habe ich viel zu viel Respekt, also verzichte ich dankend.
  

Wenn das Wasser grad so ruhig ist, um nicht zu sagen spiegelglatt, ist das die Gelegenheit um noch ein paar Liter Diesel in den Tank zu schütten. Die letzten 30 Liter aus einem Kanister blubbern in den Steuerbordtank. Dort ist der Spritverbrauch etwas höher, denn dort bedient sich auch der Generator. Tja, und da wir ja noch so ein paar Meilen vor uns haben, werden wir den Generator in Zukunft etwas bewusster in Betrieb nehmen. Nicht das wir bis jetzt geprasst hätten, doch jetzt werden wir ihn eben etwas überlegter zum Einsatz bringen. So gibt es eben nicht mehr all zu viele Gerichte aus dem Ofen, sondern eher vom Herd. Es wird also etwas eingeteilt, wann Brot oder ein Kuchen gebacken wird oder wann die Entsalzungsanlage läuft, denn frisches Wasser machen wir ja auch immer wieder. Alles in einem ein ganz schöner Luxus, der jetzt einfach ein wenig dosiert wird.
Komischerweise treibt am Nachmittag in sichtbarer Entfernung eine Tonne im Wasser, ob da wohl Diesel drin ist? ;-)
Da treiben wir nun, keine Wolken, kein Wind. Dafür gibt es etwas anderes, fängt auch mit W an, Wurstsalat. Wurstsalat aus feiner hausgemachten Schinkenwurst. An dieser Stelle schönen Gruß und nochmals Danke an Sepp.
Manchmal hilft es etwas Geduld zu haben, 4 Knoten Wind kommen auf, das ist Motivation genug den Genaker zu setzen und es ist genau richtig. Wir sind nicht die schnellsten aber die schönsten hier weit und breit. Bis kurz vor Mitternacht sind wir so unterwegs dann ist es wieder vorbei. 2 Stunden sind die Maschinen an, dann gibt es wieder Wind, wenn auch nur einen Hauch, doch selbst diesen wollen wir nutzen und holen den Genaker wieder raus.
Wir segeln wieder, juhu. Diese Freunde ist leider nicht von langer Dauer, denn der Wind kommt jetzt ziemlich von Achtern, was nichts für den Genaker ist, das ist wieder was für den Spinaker. Dieser Segelwechsel dauert jedoch ein wenig länger. Im Norden taucht ein Licht am Horizont auf. Wir sind also doch nicht ganz alleine unterwegs! Dieses Licht entpuppt sich als Frachter mit einer ziemlich bescheidenen Lichterführung, die es nicht wirklich einfach macht zu erkennen wo der eigentlich hin will.
10 Minuten nach 3 Uhr ist es bis der Spinaker gesetzt ist und wir wieder segeln. Es ist zwar ein ziemliches Geschaukel doch es geht zu mindest voran, was ein Blick um 05:30 Uhr aufs GPS auch bestätigt: noch 1111sm. Schöne Zahl, sicher ist immer noch ganz schön viel, doch es liegen ja auch schon fast 1700sm hinter uns, also Blick voraus. Das empfiehlt sich sowieso, doch nicht nur voraus, sondern ringsum. Motto: „keep sharp look out!"
Damit die Augen sich vom vielen Ausschau halten wieder etwas erholen können, darf ich nach der „Hundewache" ein paar Stunden Augenpflege betreiben, bis es um 10:00 Uhr Frühstück gibt.
Ein tolles Wetter an diesem Mittwoch Morgen und um die immer noch ziemlich müden Augen langsam wieder an den Tag zu gewöhnen, schweift mein Blick einfach so übers Wasser. Hm, was ist dass denn? Ich muss mir tatsächlich die Augen reiben, denn was ich da sehe, das kann nicht sein. Am Horizont sieht es aus, als würde eine Wolke direkt über dem Wasser hängen, also eher auf dem Wasser liegen. Noch einmal gezwinkert stelle ich fest, das sich das Ganze bewegt. Zeit das Fernglas zu holen. Das es keine Wolke sein kann, das war klar, doch was es zu scheint, ist der Wahnsinn: Eine Wasserfontäne von einem (?) Wal! Dies auf eine solche Entfernung mit bloßem Auge zu erkennen lässt annehmen dass da was größeres kommt. Da diese Tiere ziemlich lange Tauchphasen haben, ist es gar nicht so einfach sie nicht aus dem Auge zu verlieren. Logischerweise habe ich längst Alarm geschlagen und somit halten fast alle Ausschau. Es dauert nicht all zu lange, bis auf unserer Höhe auf Backbord zuletzt was zu sehen ist. Gibt es ja gar nicht! Wir können schauen wie wir wollen, wo wir wollen, einfach weg. Doch dann tauchen SIE steuerbord wieder auf, es sind zwei! Sie schwimmen ziemlich eng beieinander und jetzt ist es ganz eindeutig zu sehen: zwei richtig große Kolosse und das ziemlich nah. Lange bleiben sie nicht, doch was wir als letztes zu sehen bekommen ist der Wahnsinn: Sie tauchen beide in unsere Richtung ab und zwar, so, dass die Heckflossen richtig weit aus dem Wasser herauskommen. Ein Anblick, schier unbeschreiblich!
Noch im Bann dieser Eindrücke wird jetzt erst mal zusammen gefrühstückt.
Da sitzen wir nun, und fragen uns, welcher Wochentag heute eigentlich ist. Langsam verliert man tatsächlich ein wenig das Zeitgefühl. Und da es morgens nach wie vor noch ziemlich lange dunkel ist, schrauben wir heute mal wieder an der Uhr. Unsere Ortszeit ist somit UTC, also Weltzeit, minus 3 Stunden und gegenüber der MEWZ sind wir 4 Stunden zurück.
Heute ist Spi-Tag und Waschtag. Fast den ganzen Tag können wir den Spinaker gesetzt lassen und ein kleiner Waschtag muss auch mal sein, zu mal wir keine frischen Geschirrtücher mehr haben. Die Besegelung gewechselt segeln wir mit dem Genaker dahin und haben unsere Wäsche schön auf der Leine, die von der Fock bis zur Steuerbordwant gespannt ist.
Für die Nacht wird zwar die Wäsche wieder abgenommen doch der Genaker bleibt wo er ist. Am Donnerstag wird es wieder zu einer vernünftigen Zeit hell, jetzt passt das wieder. Wir haben gut daran getan „unsere" Uhrzeit den Lichtverhältnissen an zu passen.
Mit dem Genaker sind wir die ganze Nacht ziemlich beständige 5 Knoten gesegelt, doch jetzt kommt der auch ein wenig zur Ruhe, denn der Wind frischt ziemlich auf und das kommt aus ein paar großen, dunklen Wolken die von Norden her auf uns zu kommen. Die Fock gesetzt erreichen wir die 1000er Grenze; noch 1000sm bis ans Ziel!
Mit einem Etmal wie heute wäre das in 10 Tagen zu schaffen, doch davon kann man nicht unbedingt ausgehen, also ist es besser mit ein paar Minuten mehr zu rechnen. Auch nur ein paar Minuten sind es, bis es uns ordentlich um die Ohren pfeift und es kurz nieselt, doch mehr wird nicht daraus.
Wir haben jetzt ein paar Tage nicht geangelt, da unser „Speiseplan" keinen Fisch vorsah. Doch so langsam wäre ein Fisch mal wieder ganz schön. Aber leider, weder der Superduperköder noch der Damenköder ist heute gefragt.
Heute bleibt der Himmel den ganzen Tag bedeckt und der Wind scheint auch ein wenig eigensinnig zu sein so dass heute der eine oder andere Segelwechsel durchgeführt wird. So sollte es auch gegen 16:00 Uhr sein, da der Wind mittlerweile zulässt das Groß mit zu setzen. Petra hat Wache und sitzt am Ruder als ich aus dem Salon ins Cockpit komme und wie versteinert stehen bleibe. Sie schaut mit fragendem Blick und ich deute nur mit dem Finger in ihre Richtung. Ich soll noch „ddddd da da daaa" gestottert haben. Also nicht das ich nicht mehr sprechen könnte, aber zu mehr war ich wohl nicht fähig, als ich eine dunkle Rückenflosse fast an unserem Heck sah. Da darf ich doch wohl ein wenig ins Stocken geraten?! Aber nicht lange und ich rufe laut „ein Wal". Petra schreckt auf und Thomas ist auch sofort zur Stelle und entdeckt ihn auch gleich.

Denkste, er sieht einen anderen, es sind wieder zwei, allerdings kleinere. Sofern man bei solchen Tieren von klein überhaupt reden kann. Thomas und ich stehen auf dem Dach und Petra an der Reling als einer ganz nach vorbei schwimmt. Allerdings schwimmt der nicht normal vorbei, sondern auf der Seite und zeigt uns richtiggehend seinen Bauch. Für Petra ist es als könnte sie ihn jeden Augenblick einfach anfassen.
Sie befinden sich auf beiden Seiten des Schiffes und tauchen immer wieder unter, vor und hinter uns durch. Dann verschwinden sie wieder für kurze Zeit und kommen von hinten wieder angeschwommen. Es ist einfach faszinierend. Klasse!
  
   Mehrfach kommen sie aus dem Wasser und blasen richtig aus, wir können es sehen und hören. Was wir auch genau sehen können, sind die zwei „Nasenlöcher" die sie haben. Die haben sicherlich nicht wirklich Nasenlöcher, aber wie sagt man bei einem Wal dazu? Sie sind sogar richtig mit dem Kopf aufgetaucht, direkt neben uns
Und immer wieder schwimmen sie auf der Seite liegen parallel zu den Rümpfen vorbei. ( Bild: „ Spielwal" ) Nie hätten wir gedacht das Wale derart verspielt sind. Fast eine ganze Stunde waren sie bei uns. Wir sind hin und weg, was ein Erlebnis, wow!
Jetzt wird es aber wirklich Zeit das Groß zu setzen, also ran.
Der Wind ist etwas mehr geworden, und für die Nacht hätten wir es eh getan, also wird direkt ein Reff ins Groß gemacht und fertig.
Es ist kurz vor 18:00 Uhr als wir den 45. Längengrad erreichen.
Unser Erlebnis mit den Walen hat uns etwas in Verzug gebracht was die Zubereitung des Abendessens anbelangt. Doch das hat sich ja wohl gelohnt.
Also ist es heute etwas später, wie wir gestärkt nach dem Essen beisammen sitzen. Der Ereignisse für heute noch nicht genug. Aus unserer Koje kommt ein ziemlich lautes uns komisches Geräusch, ein richtiges Knallen. Ist da eine Tür aufgegangen und schlägt? Ich die Treppe runter Licht an, und ganz schnell bin ich wieder oben.
  

Hat sich doch wieder so ein (dummer) fliegender Fisch verflogen. Jetzt ist der Atlantik so groß und wir im Verhältnis so klein, und die Luke durch die der reinkam noch viel kleiner. Der hat aber auch ein Pech. Da liegt er nun am Boden und zappelt und flattert wie wild. Thomas holt einen Handschuh und schmeißt ihn wieder ins Wasser. Auf dem Weg dahin fällt er leider runter da der Fisch rumwirbelt wie wild. Der Fisch ist weg, der Schreck noch da und der Gestank auch. Der kleine Kerl hat einen ganz schön strengen Duft hinterlassen. Ich kann nicht verstehen, das es Leute gibt, die solche Fische essen.
Na ja, egal, Putzeimer raus, Spuren beseitigen und gut ist.
Es ist nach wie vor ziemlich bedeckt und daran wird wohl auch nicht mehr viel ändern diese Nacht. Gegen Mitternacht gibt es ein paar Regentropfen und dann bleibt der Himmel wolkenverhangen. Gegen 05:00 Uhr macht der Wind dann nicht mehr so richtig mit und es wird Zeit auszureffen. Das Ganze ist schnell gemacht, denn mittlerweile sind wir zu dritt an Deck, allerdings nicht mehr alleine unterwegs, denn direkt vor uns ist ein Licht aufgetaucht. Ein Schiff. Und da dieses Schiff direkt, aber wirklich direkt auf uns zuläuft, ändern wir in den nächsten 20 Minuten unseren Kurs um mehr als 20°. Der zeigt jedoch keine Regung und das Radar zeigt zwei Signale!? Eine viertel Stunde später können wir dann auch erkennen warum. Das ist nicht einer, das sind tatsächlich zwei. Ein Schlepper mit einem dicken Dübel im Schlepp. Klar, das der seinen Kurs nicht verändert. Wir sind noch ca. 3sm von dem Gespann entfernt als wir eine Halse fahren um ordentlich Platz zu schaffen um die beiden am Heck passieren zu lassen. Ein interessantes Bild. Und wieder, jetzt ist dieser Atlantik so groß, und auf unserem Kurs ist ein Schlepper unterwegs, so was.
Wir sind eine halbe Stunde später wieder auf Kurs und eine Erfahrung reicher. Es klart auf und es scheint, als sollte das Wetter heute wieder etwas freundlicher werden. Mit dem schönen Wetter kommt der Wind achterlich, also genau richtig um die Segel zu wechseln, der Spi muss hi!
Doch was dabei passiert, ohje! Irgendwo bleibt er hängen und mit einem „ratsch" ist er kaputt. Der Spi ist hi!
Schnell wieder eingeholt setzen wir den Genaker und frühstücken erst mal in Ruhe, dann sehen wir weiter.
Kann schon mal passieren das ein Segel kaputt geht, und deswegen hat man vorzugsweise auch entsprechend Material an Bord um es zu reparieren, sofern dies möglich ist. Um uns die Bescherung an zu sehen breiten wir das Segel im Salon auf dem Tisch aus. Was nun? Das hat ganz schön was abbekommen, auf halber Höhe ist es bis zur Hälfte eingerissen und das an manchen Stellen mehrfach. Jetzt stellt sich die Frage: nähen oder mit Tape reparieren? Wir versuchen es mit Tape!
Zu Hause bastelt der eine oder andere vermutlich noch an seinem Weihnachtsschmuck, wir basteln an unserem Segel und das ganz erfolgreich. Nach gut einer Stunde ist es wieder heile. Heute können wir es nicht mehr setzen, also wartet es schön verpackt auf seinen nächsten Einsatz. Nichts desto trotz muss wohl ein neuer Spinaker her.
Nach diesem Schrecken am Morgen jagt heute ein Erfolgserlebnis das andere. Nach zweiwöchigem Kampf, Email schreiben und telefonieren, funktioniert unser Telefon an Bord endlich wieder richtig. Denn wir konnten nicht mehr angerufen werden. Woran das liegt wissen wir immer noch nicht genau, aber es gibt eine Nummer über die wir jetzt auch wieder erreichbar sind. Wie und wann wir erreichbar sind steht nach wie vor hier auf homepage unter „Kontakt".
Das andere Ereignis: FISCH, seit 07:30 Uhr badet der Köder und um 17:00 Uhr hängt sich da mal wieder eine nette Dorrade dran. Es ist heute etwas schwierig zu sagen, wem das Petri heil gebührt, denn ausgebracht hab ich den Köder, die Angel eingeholt hat Martin.
Wichtig ist, er ist an Bord, also Martin: „Petri heil".
Alles in einem reicht das für heute und die Nacht kann kommen. Den Genaker oben geht es dahin bis in den Morgen, Samstag der 22.12.2001.
In Wind und Wasser zeichnet sich langsam ab, was der Wetterbericht angekündigt hat: die nächste Flaute. Es ist viertel vor neun, als nichts mehr geht, das Segel eingeholt und die Maschinen gestartet werden. Da Diesel ein rares Gut ist, werden wir das nicht all zu lange machen. Die See ist spiegelglatt, zeigt keine Regung und wirkt wie mit einer Folie überzogen. Kein Windchen weht und es ist einfach nur heiß! In der direkten Sonne messen wir 42°C und im Schatten sind es gerade mal 10°C weniger. Selbst den fliegenden Fischen ist es heute zu heiß, man sieht nicht einen. Auch heute nutzen wir jede, wenn auch nur kleine Gelegenheit Segel zu setzen sowie auch nur ein wenig Wind aufkommt. Doch keine Besegelung haut so richtig hin. Es hilft nichts; es ist und bleibt zu wenig Wind, es ist und bleibt Flaute! Am Abend erst gibt es dann eine Minibrise und mit der schaffen wir es mit Fock und Groß knapp 2 Kts zu segeln. Sicher, was sind zwei Knoten; besser als sich vertreiben zu lassen ist es allemal.
Das funktioniert bis 23:00 Uhr dann ist endgültig Schluss. Ich übernehme also um Mitternacht die Wache von Petra und das mit laufender Maschine. Nicht nett, oder?!
Auch für die Nacht gilt, wenn möglich Segel setzen. Das Groß bleibt also gesetzt so dass es nur noch eingestellt und die Fock gesetzt werden muss. 3 Mal lässt der Windmesser hoffen, mich Segel setzen und dann doch wieder die Maschine starten. Das es heute Nacht diesig und trübe ist ohne Ende und die Grenze zwischen Wasser und Himmel kaum zu erkennen ist, macht das Ganze nicht unbedingt angenehmer. Ich starte den letzten Versuch kurz vor Wachwechsel. Ja, wir segeln wieder. Gewiss nicht schnell, doch die Maschine ist aus und wir können zumindest wieder unseren Kurs fahren und halten, und darüber wacht jetzt Thomas. Apropos Kurs, um 03.27 Uhr erreichen wir eine schöne Position auf dem Längengrad: 048° 48,484W

Was wir sonst noch so erreichen, was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long

Diana + Thomas
Petra + Martin

Frohe Weihnachten!

Achja, eine warme Suppe in kalten Tagen, das mag der Magen!
Schmeckt auch lecker wenn es warm ist, und das in allen Variationen
Ehe der kulinarische Tipp zu kurz kommt hier ist er:

Möhren-Cremesuppe

Zutaten:
1 kleine Zwiebel
2 EL Butter
500 g Möhren
200 g Kartoffeln, mehlige Sorte
1 l Fleischbrühe
0,1 l Sahne
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
Zitronensaft

Die Zwiebel schälen, fein hacken und in der Butter weichdünsten.
Die Möhren und Kartoffeln schälen und klein würfeln, zufügen und 10 Minuten mitdünsten. Mit der Fleischbrühe aufgießen, die Sahne zugeben und 20 Minuten köcheln lassen.
Mit dem Stabmixer pürieren.
Die Suppe mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Zitronensaft abschmecken. Fertig!

Das ist die Variante „natur", doch das Ganze kann auch noch verfeinert werden. Zwei Beispiele:
1. Mit Lauch uns Speck
1 kleine Lauchstange, putzen und in feine Ringe schneiden
50 g durchwachsener Speck in schmale Streifen oder feine Würfel geschnitten
Den Speck in 1 EL Öl kurz ausbraten und den Lauch kurz mitdünsten.
Suppe in den Teller und diese Mischung darübergeben!

2. Mit Schrimps
Pro Person 1geh.EL gekochte Schrimps in heißem Öl kurz anbraten und leicht scharf abschmecken ( Cayennepfeffer oder wer hat Pepperocini )
Die Schrimps auf den Teller geben und mit Suppe auffüllen.

1 Suppe, 3 Variationen!
Achtung, jetzt kommt noch der ultimative Hausfrauentipp: „lässt sich gut vorbereiten"