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KW 29 2003

14.07. - 20.07.2003

Zu Beginn der Woche verlassen wir die Coco Bandero Cays, wirklich ein wunderschöner Platz. Unser Ziel ist das benachbarte Green Island. In der Nähe dieser Insel gibt es ein kleines Inselchen mit ein paar Palmen drauf und dahinter ein sehr schöner Ankerplatz. Es geht ein wenig eng her, durch die Riffe diesen Ankerplatz zu erreichen. Ein amerikanische Segelyacht liegt schon da, aber es sollte leicht Platz sein für mindestens zwei.
Von wegen ! Dieser "freundliche" Mitmensch hat auf 8 Meter Wassertiefe mal eben 60 Meter Kette gesteckt, so kann man auch einen Ankerplatz dicht machen. Ich verkneife mir einen Komentar, wir denken uns unseren Teil und steuern einen anderen Platz direkt hinter Green Island an. Auch hier haben wir einen recht seltsamen Nachbarn ( wir haben ihn schon öfter getroffen ) , ausserdem scheint eine Strömung hier sämtliche Baumstämme, Kokosnüsse und anderes Zeug hergetrieben zu haben. Wir schauen uns kurz an und sind beide der Meinung, Anker wieder auf und woanders hin. 6 Seemeilen entfernt sind die selten besuchten Naguargandup Cays und hier fällt um 15.00 Uhr südwestlich der Insel Cangombia auf 15 Meter Wassertiefe der Anker. Und was für ein herrlicher Platz. SILVER BLUE liegt direkt vor einem herrlichen Sandstrand, auf der Insel wohnt eine Familie, die Kokosnüsse erntet. Ansonsten haben wir die Insel ganz für uns allein. Und auch sonst scheint die Insel wirklich selten besucht zu werden, bei einer ersten Erkundung finden wir viele zauberhafte Muscheln.
Am kommenden Tag steht Regen auf dem Programm, und das reichlich. Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben und besuchen die Familie, die wir bereits am Vortag kennengelernt haben. Mit ihnen tauschen wir dann auch einige Kokosnüsse gegen ein wenig Reis,Öl und Zucker. Ihr werdet jetzt vielleicht denken, die Kokosnüsse liegen doch überall rum, warum nicht einfach nehmen. Nun, es ist in den St.Blas so, das wirklich jede Kokosnuss einen Besitzer hat. Und Selbstbedienung macht die Einwohner, die Kunas, echt sauer. An einigen Orten sind Yachten schon unerwünscht, weil sie das nicht respektiert haben.

Am Nachmittag besuchen uns dann zwei Mädchen der Kuna-Familie. Luznela versteht sich prächtig mit ihnen und so gibt es dann lauter strahlenden Gesichter. Da geht einem doch das Herz auf, oder???
Auch am folgenden Tag ist das Wetter noch recht durchwachsen, und da die Navigation zwischen den zahlreiche Riffen ohne gutes Licht doch ziemlich schwierig ist, bleiben wir noch einen Tag hier. Wir nehmen das Dinghy und düsen damit ans Festland. Das neue Dinghy mit dem stärkeren Aussenborder macht sich hier wirklich bewährt, um schnell und einfach auch grössere Distanzen zu überwinden. Wir haben es auf den Rio Mangles abgesehen, den wir mit dem Dinghy erkunden. Einmalig, dieser Regenwald. Eine Vegetation, die aus allen Nähten zu platzen scheint und die vielfältigen Stimmen des Urwaldes.
  
   Selbst am Donnerstag früh löst noch ein Gewitter das andere ab, wir warten bis Mittags, bis es ein wenig heller wird. Um 12.00 Uhr lichten wir dann den Anker, wir wollen dann doch auch nochmal woanders hin.
Wir manövrieren uns am Hausriff vorbei, am Strand steht die Kanafamilie und winkt uns nach. Bis zu den Cayos Los Grullos sind es 14 Seemeilen, also raus mit der Schleppangel. Die Fische scheinen aber irgendwie keine Lust zu haben, den farbenfrohen Köder zu schnappen. Als ich die Angel schon fast wieder eingeholt habe, sieht Luznela am Fischfinder einen Fischschwarm....und schon läuft die Angel aus. Nach einigem Kurbeln ziehe ich einen herrlichen Grossaugenthunfisch an Bord, einprächtigen Bursche mit gut und gerne 10 kg, der sehr zartes, rosa Fleisch besitzt.
Um 16.00 Uhr erreichen wir dann die Insel Kuanidup, nach einer Stunde haben wir dann endlich einen geeigneten Sandfleck zwischen den Korallen gefunden, wo wir den Anker eingraben können. Nah am Strand habe ich eine Boje gesehen, als ich die am folgenden Tag untersuche, stellt sich heraus, es ist eine stabile Mooring und markiert ein Holzsegelschiff, das hier vor 6 Jahren einfach durchfault ist und jetzt hier auf dem Grund liegt. Die Mooring eignet sich bestens zum festmachen, und so liegen wir dann hier nah am Strand mit dem Hausriff hinter uns. Und Kuanidup ist wirklich eine Bilderbuchinsel, mit feinsten Sandstrand und Palmen, die über türkisfarbenem Wasser hängen.   
   Am Samstag besuchen wir am Festland das Dorf Rio Sidra, hier herrschen noch recht strenge Sitten. Keine Fotos ohne Erlaubnis und nach 18.00 Uhr ist das Betreten des Dorfes für Nichteinheimische verboten.
Aber die Einwohner sind sehr freundlich und die zahlreiche Kinder begrüssen uns freudestrahlend. Hier erstehen wir auch 2 Langusten, denn die Zeiten, wo man die die Langusten überall im knietiefen Wasser "pflücken" konnte, wie es noch vor wenigen Jahren war, sind leider vorbei. Auch sonst ändert sich in den Blas-Inseln einiges, dazu aber ein anderes Mal mehr.
Die Langusten geniessen wir jedenfalls auf Kuanidup, nur in Salzwasser gekocht und mit Butter und ein wenig Knoblauch bestrichen......köstlich !
Sonntagvormittag erkunden wir dann ausgiebig das Hausriff, das direkt hinter SILVER BLUE liegt. Die geniale Unterwasserwelt, die in den St.Blas noch in sehr gutem Zustand ist, begeistert uns immer wieder.
Unbeschreiblich schöne Formen und Farben lassen einen die Zeit vergessen, so ist es dann Mittag, als wir zurückkehren.
Der Nachmittag sollte eigentlich gemütlich vergehen, aber der Generator macht einen Strich durch die Rechnung, und das gründlich ! Irgendwie startet er nicht ganz normal, also besser mal nachschauen.....
das war allerletzte Sekunde, in einem Kabelbaum ist ein handfester Kabelbrand!
  

So ist der Sonntagnachmittag mit reichlich Arbeit ausgefüllt, aber um 18.00 Uhr läuft er wieder.
So sehen wir der neuen Woche positiv entgegen, was da dann so passiert ist, könnt ihr in einer Woche wieder hier lesen, wenn ihr mögt.
Bis dahin..........alles Gute !

TOM