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KW 15 2002
07.04.2002 - 13.04.2002
Es ist Sonntag der 07.April und höchste Zeit endlich aus der Marina
zu verschwinden, ehe wir doch noch zu "Hafenlieger" werden.
So machen wir Vormittags alles klar zum Aufbruch und zur Mittagszeit sind
wir dann weg aus Crews Inn Marina. Schräg gegenüber, keine 500 Meter
weiter, machen wir noch einen Stopp um Diesel zu tanken und für den Außenborder
dürfen es ein paar Liter Super sein.
13 Uhr ist es als wir an der Tankstelle losmachen und bei einer Lufttemperatur
von 38°C sicherlich keine große Strecke mehr machen werden, sondern
einfach nur um die Ecke fahren, in die Scotland Bay.
Mit einem glatten Log von 7000sm sind wir heute zu diesem kleinen Schlenker
aufgebrochen. Das bedeutet das wir seit dem 26. Mai 2001, der Startschuss
zu unserer Weltumsegelung, 7000sm zurückgelegt haben.
Wie alle Buchten um und bei Trinidad ist auch die Scotland Bay Sonntags gut
gefüllt, doch wir wollen hier nur ein paar Stunden bleiben, warten hier
sozusagen auf die Nacht um uns dann auf den Weg nach Tobago zu machen. Da
wir auf dem Weg dorthin ein großes Stück gegen die Strömung
und gegen die vorherrschenden Winde anfahren müssen, empfiehlt es sich
nachts zu fahren, da dort der Wind meist etwas einschläft und dann dürfte
das Ganze etwas angenehmer sein und nebenbei kommen wir dann bei Tage in Tobago
an.
So bleiben uns noch ein paar Stunden in dieser schönen Bucht, ehe mitten
in der Nacht der Wecker klingeln wird.
Nachdem die vielen Pirogen und Motorboote mit ihrer lauten Musik verschwunden
sind kehrt eine idyllische Ruhe ein, und plötzlich kann man etwas ganz
anderes hören. Brüllaffen. Ihre Rufe dringen aus den Wäldern
das man annehmen könnte da gäbe es Saurier.
Noch nie zuvor haben wir etwas derartiges gehört, so sitzen wir nur da
und hören und staunen und amüsieren und gleichermaßen über
diese seltsamen Laute. Urwald pur!
Für heute steht also noch Abendessen und früh zu Bett gehen auf
dem Programm, was bedeutet, dass wir um 21 Uhr in der Koje sind und der Wecker
um Mitternacht klingeln wird.
Selbst um zu schlafen ist es zu warm und so sind wir wie gerädert, als
der Wecker klingelt.
Nichts desto trotz sind wir um 1 Uhr gerüstet und wollen aufbrechen als
wir eine kleine aber weniger schöne Überraschung erleben. Das Radar
läuft nicht mehr richtig, streift irgendwo. Das können wir so auf
keinen Fall benutzen. Was nun, denn nachts der Küste entlang fahren ohne
Radar und das bei fast Neumond, das ist nicht ohne, besonders die erste Passage
durch Boca de Monos. Nach einer Stunde hin und her beschließen wir wieder
zu Bett zu gehen und uns das Radar bei Tageslicht morgen genau anzusehen.
Um kurz nach 8 Uhr sind wir am Montag morgen bereits entlang der Nordküste
unterwegs.
Wir fahren in die 16sm entfernte La Vache Bay. Genau um 12 Uhr kommen wir
dort an, keiner da außer uns und ehe wir uns ans Werk machen, müssen
wir uns erst ein wenig stärken, denn die nächste Aktion heißt:
feste kurbeln. Thomas schlüpft in den Bootmannsstuhl und ich kurble ihn
mit dem Großfall den Mast hoch damit er das Radar checken kann. Es scheint
sich nur um 1-2 Millimeter zu handeln warum das Radar streift, doch es lässt
sich partout nicht ausrichten. Entstanden ist das Ganze vermutlich durch die
Arbeiten am Rigg, doch Tatsache ist, wir können das Radar auch weiterhin
nicht benutzten. Müssen wir eben unsere Route etwas ändern, dann
geht das auch ganz gut ohne. Unter diesen Umständen ist es allerdings
besser für uns die Bucht zu verlassen solange wir noch einen Rest Tageslicht,
bzw. Dämmerung haben.
Begleitet von einem kleinen Regenschauer fahren wir kurz vor 19 Uhr aus La
Vache Bay heraus und fahren mit sicherem Abstand zur Küste in Richtung
Osten ehe wir nach Tobago "abbiegen". Glücklicherweise verziehen
sich ab und an die Wolken etwas und dann ist es nicht gar so duster.
Wir wechseln uns mit schlafen ab und so macht jeder im Wechsel ein paar Stunden
Wache. Wie es scheint hat sich da wohl etwas Größeres unter uns
befunden, denn der Tiefenmesser zeigt eine Tiefe von 7,1 Metern an, muss ein
großer Fisch gewesen sein!
Groß ist auch die Strömung, und wie. Die Maschinen laufen auf fast
2000 Umdrehungen und wir kommen mit grad mal 3 Knoten voran.
Durch die unruhige See müssen wir die Drehzahl der Maschinen dann leider
drosseln, da die Fahrt ansonsten noch unangenehmer wird als sie eh schon ist.
1:30 Uhr und seit Mitternacht haben wir gerade mal 5 Meilen gemacht. Wir kommen
kaum vom Fleck, Kurs zu halten ist fast ein Ding der Unmöglichkeit da
wir eine extreme Abdrift haben. Alles in einem nicht besonders erbaulich,
erst recht nicht, als wir tatsächlich fast stehen bleiben und das Log
gerade noch 1,8 Knoten Fahrt anzeigt.
Ganz unnötiger Weise kommen wieder Wolken, was wirkt, als hätte
jemand das bisschen Licht das da war, ausgeknipst. Das macht es nicht unbedingt
einfacher, die Distanz zu den Schiffen, die heute Nacht auch unterwegs sind,
abzuschätzen. Da merkt man erst mal, wie komfortabel doch ein Radargerät
ist. Doch es geht auch so, man muss eben die Augen offen halten und ständig
ringsum die Lage sichten.
So plagen wir uns durch die ganze Nacht hindurch und sind froh, als wir bei
Tagesanbruch bereits entlang der Westküste Tobagos unterwegs sind.
Der Dienstag Vormittag gehört Thomas´ Anglerglück. Ein Thunfisch
und ein großer Red Snapper, Petri heil! Fast hätte es noch einen
Dritten gegeben doch der ging uns leider vom Haken. Zwei sind ja auch genug.
13:15 Uhr und der Anker fällt in der Man o´War Bay vor Charlotteville.
Geschafft!
Fast 30 Stunden haben wir gebraucht, was ein Ritt, schön endlich hier
zu sein.
Eine kleine Erfrischung können wir jetzt gut gebrauchen, also nichts
wie rein ins Wasser.
Für Thomas heißt es mal wieder Papierkram erledigen während
ich in der Zwischenzeit die Fische versorge.
Nachmittags machen wir noch das Nötigste und dann geht es heute zeitig
zu Bett, denn all zu viel geschlafen haben wir ja in den vergangenen Tagen
nicht.
Mittwoch und wir sind ausgeruht für neue Taten, und Thomas´ nächste
Tat steht leider schon direkt nacht dem Frühstück fest, denn es
ist mal wieder etwas kaputt; das Kühlaggregat von unserer Obst- und Gemüsekiste.
Ich bin (mal wieder) mit dem Logbuch in Verzug, doch bei solchen Überfahrten
auch nur eine Minute am Laptop zu sitzen, keine Chance, dann eben jetzt erst
und somit ist mein Programm auch gemacht.
In Charlotteville ist diese Woche Fußballturnier, Dorfmeisterschaften
oder Laienturnier würde man das zu Hause wohl nennen, wenn die Anwohner
von bestimmen Wohngebieten und Straßen gegeneinander antreten. So fährt
Thomas auf ein Bier und ein Spiel an Land während ich langsam anfange
das Abendessen zuzubereiten, es gibt den selbstgefangenen Fisch.
Der Donnerstag bringt die nächste Reparatur mit sich. Nach einer ziemlich
doofen Nacht mit viel Regen und viel Schwell funktioniert die Wasserpumpe
einfach nicht mehr. Es gibt Tage, da gibt es keinen Tag, ohne diese unnötigen
Überraschungen. Zum Glück ist es nichts Größeres und
Thomas hat das schnell wieder repariert.
Auch heute morgen regnet es, was das Zeug hält. So kommt es, das unser
Freund Black Mouth heute etwas eher vom Fischen zurück kommt und wir
noch beim Frühstück sind, als er uns einen kleinen Besuch abstattet.
So frühstücken wir zu dritt und verabreden uns für später
an Land. Als der Regen etwas nachlässt flüchten wir geradezu an
Land, denn der Schwell geht uns derart auf den Nerv.
Bis 14 Uhr kann man bei Jane köstliche Roti bekommen. Roti ist ein typisch
karibisches Gericht, das nicht ganz einfach zu beschreiben ist. Es ist eine
Art gefüllter Fladen. Meist bekommt man sie mit Rindfleischfüllung,
Hühnchen oder Ziege. Hier bei Jane sollen wohl alle genial sein, doch
der Beef Roti, also der mit Rindfleisch ist unser Favorit.
Jane macht die immer ganz frisch und schmackhaft und außer dem Rindfleisch
ist frisches Gemüse, Kartoffeln und Kichererbsen in dem "Fladen".
Für Thomas also einen Beef Roti und da Jane auch hervorragend backt,
ziehe ich heute einen kleinen Kuchen vor, denn für was warmes und scharfes
ist es mir eindeutig zu warm.
Ein kleiner Verdauungsspaziergang ist jetzt genau das Richtige. Zunächst
schlendern wir nur ein wenig durch die Straßen, die wir schon kennen,
doch heute gehen wir dann auch mal in eine andere Richtung und da geht es
ordentlich bergauf. Puh! Oben angekommen, haben sich die diversen Schweißausbrüche
jedoch gelohnt, denn die Straße führte zu einem Fort,
Fort Cambelton, von wo man eine phantastische Aussicht über die gesamte
Bucht hat.
Nur noch zwei Kanonen erinnern daran das dieser Ort mal eine Verteidigungsanlage
war, denn heute stellt sich das beschauliche Plätzchen als kleiner Park
dar, angelegt mit Blumen und einem kleinen Pavillon. Wir bleiben etwas länger
als gewollt, denn der nächste Regenschauer ist im Anmarsch. Das Dach
des kleinen Pavillons gibt uns zwar etwas Schutz, doch durch den Wind kommt
der Regen nicht nur von Oben sondern von allen Seiten. Zu warten bis es ganz
aufhört zu regnen könnte Stunden dauern, also machen wir uns trotz
Regen langsam auf den Rückweg. Es ist verrückt, keine 10 Minuten
später prasst der nächste Erguss auf uns nieder. Zum Glück
können wir bei einer kleinen Garage unterstehen. So wie es wieder nachlässt
wagen wir die nächste Etappe, denn mehr wird es nicht, nur eine Etappe.
Den nächsten Stopp legen wir im Internet-Cafe ein. Eine Stunde schlagen
wir uns dort um die Ohren, surfen ein wenig im weltweiten Wahnsinn ehe wir
zum Endspurt aufbrechen.
Es hat tatsächlich aufgehört zu regnen!
Da auch heute wieder ein Fußballspiel stattfindet schauen wir dabei
ein Weilchen zu, ehe wir wieder zurück an Bord fahren.
Freitagmorgen und dieser beginnt, wie könnte es anders sein, mit Regen
und dass nach einer Nacht, wie könnte es anders sein, mit viel Regen
und viel Schell.
Das macht so keinen Spaß mehr, also gehen wir einfach woanders hin.
Um halb zehn könnten wir schon unterwegs sein, hätte sich da nicht
ein Anker in unserer Ankerkette verfangen. Ja, richtig gelesen, ein Anker.
So ein altes verrostetes und vergammeltes Ding von einem Fischerboot hat sich
zigfach um unsere Ankerkette gewickelt. Eine halbe Stunde später ist
das Ding rausoperiert und wir übergeben den "Fund" ein paar
Fischern, die gerade ihre Netze ausbringen.
Jetzt kann es also losgehen, und zwar fahren wir an die Ostküste, in
die Nähe von Speyside.
Nicht weit, nur 9sm, allerdings nichts zum Segeln. Wir fahren genau die Stecke,
die Thomas damals mit Black Mouth gefahren ist, als die Beiden zusammen fischen
waren. Jetzt versteh ich, warum Thomas sagte dass das ein echter Knochenjob
ist. Hier ist heftiger Seegang und die kleinen Boote der Fischer knallen richtiggehend
über und in die Wellen.
Wir haben unsere Angel natürlich auch draußen, und das mit einem
nagelneuen Köder.
Doch leider nicht lange, denn einer der Fischer fährt uns die Leine ab.
So ein Ärger. Er kommt dann noch angefahren und meint, er würde
uns den Köder aufbewahren und wenn wir wieder nach Charlotteville kommen
sollen wir nach ihm fragen dann gibt er uns das Ding zurück. Das machen
wir doch.
Dennoch sind wir darüber dass das passiert ist etwas geknickt, denn hier
gibt es wirklich viele Fische und zu gerne hätten wir einen gefangen.
Dann eben auf dem Rückweg (vielleicht).
Um die Ecke rum, geht es rund, denn diese Passage hat sehr viel Strömung,
wodurch das Wasser ziemlich unruhig ist. Lassen wir uns eben mal wieder durchschütteln.
Links von uns liegen Goat Island und Little Tobago und unser Ziel heißt
Anse Bateau, eine traumhaft schöne Bucht, Sandstrand, Palmen, nur ein
anders Schiff ist hier und das Wasser glasklar. Hier sind wir richtig und
dafür nimmt dann auch gerne eine leicht ruppige Fahrt in Kauf.
Geankert wird auf 4 Meter feinstem Sandboden und dann nichts wie rein ins
Wasser.
Ist das schön! Und wenn wir schon mal da sind, dann kann man ja auch
gleich mal die Unterwasserwelt beäugen. So bewaffne ich mich mit Maske
und Flossen und gehe ein wenig Schnorcheln. Die Bucht ist umgeben von Riffen,
welche glücklicherweise auch den Schwell von draußen abhalten,
denn der könnte unangenehm werden, denn hier ist schließlich Atlantikseite.
Der kleine Schnorchelausflug hat sich gelohnt. Noch nie hab ich so viele,
so schöne und so große Papageifische gesehen wie hier. Oder such
ganze Fischschwärme die durch die Riffe ziehen, viele kleine Hirnkorallen
gibt es, ebenso wie schöne, heile Gorgonien.
Bei solch einem Anblick vergesse ich Zeit und Raum, doch ein leichtes Frieren
zeigt an, dass es an der Zeit ist wieder zurück zu schwimmen. Das muss
ich natürlich direkt berichten und Thomas muss sich das unbedingt auch
ansehen, doch vorher schnappt sich jeder von uns noch einen Schwamm und wir
machen den Wasserpass vom Schiff noch schnell sauber.
Auch Thomas ist von den Riffen begeistert und wir beschließen hier mal
einen Schnorcheltag einzulegen.
Doch es gibt hier nicht nur was für die Augen, nein, es gibt auch ordentlich
was auf die Ohren. Also bisher waren wir ja der Meinung, das die Pfeifkonzerte
in Charlotteville einmalig sind, doch das was hier zu hören ist, steht
dem keinesfalls nach. Ein Gekrächze und Gezwitscher fast über Stunden
und das am helllichten Tage, Wahnsinn.
Abends machen wir einen kleinen Abstecher an Land und genehmigen uns einen
Drink an der Bar des Blue Waters Inn, ein ganz gemütliches und gepflegtes
Hotel direkt am Strand, übrigens das einzigste Hotel hier.
Seit heute, es ist Samstag der 13.04., haben wir die Bucht ganz für uns
alleine.
Heute wollen wir uns mal die Umgebung an Land ein wenig ansehen und uns bei
einer Tauchbasis über ein paar Tauchgänge informieren. Los geht
es.
Da es auch heute öfters regnet, erkundigen wir uns nach einem Tauchgang
am Sonntag, in der Hoffnung dass das Wetter wieder etwas besser wird und somit
auch die Sicht unter Wasser.
Im Moment klart der Himmel wieder etwas auf und wir wagen einen Spaziergang
nach Speyside, die nächstgelegene Ortschaft. Auf dem Weg dort hin haben
wir einen schönen Blick auf die Bucht in der wir liegen, die Anse Bateau,
ebenso wie auch auf die Tyrrell´s Bay die direkt vor Speyside liegt.
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Unser Spaziergang wird eher zu einem kleinen Marsch, denn es geht bergauf, bergab und zieht sich auch ganz schön hin, denn wir laufen durch das ganze Städtchen bis fast zum anderen Ende von Tyrrell´s Bay. Unter anderem kommen wir an den Ruinen einer alten Zuckermühle vorbei, wovon noch ein ziemlich großes Mühlrad guterhalten zu sehen ist. Es sieht wieder verdächtig nach Regen aus, also machen wir uns besser auf den Rückweg. Doch das ist nicht ganz zu schaffen, also machen wir eben einen kleinen Einkehrschwung und warten ab. Nach dem Regenschauer treten wir den Rückmarsch an und schaffen es noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück an Bord zu sein, und das trocken! |
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Nach dem Abendessen gibt es ein nettes Video und eine Schüssel Popcorn und das war es dann auch für heute und für diese Woche.
... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Diana + Thomas
Der kulinarische Tipp muss heute in Ermangelung des Selbigen entfallen!






