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KW 12 2002
17.03.2002 - 23.03.2002
Es ist Sonntag der 17. März, 02:10 Uhr in der Früh als der Wecker
klingelt und ziemlich zeitgleich der nächste kräftige Regenschauer
niederprasselt. So fahren wir nicht los, dann warten wir eben noch ein wenig,
aber los geht es heute sicher!
Um 05:30 Uhr ist es dann so weit, der Anker ist oben und wir lassen Charlotteville
hinter uns.
Das wir hier lange genug waren konnten wir an der Ankerkette sehen, denn die
war völlig bewachsen und verschlammt; war wohl doch zu lange an einem
Ort!
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Eine gute halbe Stunde sind wir unterwegs und somit
noch nicht ganz um die Ecke, als über Charlotteville´s Regenwald
die Sonne auf geht.
Einfach immer wieder schön! Und mit der Sonne kommen unsere Freunde, Delphine. Lange her, dass wir welche gesehen haben. Auch in der Bucht haben wir sie nur zwei Mal gesehen. Doch jetzt sind sie wieder da, erst nur zwei Stück und dann kommen immer mehr. Sie zu zählen ist nicht wichtig, sondern einfach nur schauen und sich an diesem Anblick erfreuen. Zwei sind fast zusammengeprallt bei ihrer Spielerei, sah lustig aus. So wie sie aus dem Nichts aufgetaucht sind, so verschwinden sie auch wieder und für uns geht es selbstverständlich weiter. |
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Wir fahren noch ein Stück unter Motor dann holen wir die Fock raus.
Mehr Besegelung ist nicht machbar. Wir können nicht hoch an den Wind
da wir nicht viel Druck auf den Mast bringen dürfen ehe wir noch nicht
wissen, was kaputt ist, also ist Vorsicht geboten.
Leider haben wir nur wenig Wind, so dass wir zeitweise die Maschinen wieder
starten müssen. Über Funk haben wir gehört, dass ein Motorboot,
welches gestern in Trinidad losgefahren ist, vermisst wird. 7 Personen sollen
an Bord gewesen sein. In Küstennähe von Trinidad sehen wir dann
die Küstenwache und einen Helikopter die wohl auf der Suche nach dem
vermissten Boot sind.
Wir haben fast 12 Stunden und knapp 70sm hinter uns und das reicht für
heute
Da wir, wie zu erwarten war, nicht bei Tageslicht in Chaguaramas ankommen
werden, haben wir beschlossen in einer Bucht zu übernachten und erst
morgen Früh weiter zu fahren, denn bis dort hin sind es immerhin noch
gute 20 Meilen.
So rasselt der Anker kurz nach 17 Uhr auf den Grund der Maracas Bay an der
Nordküste Trinidads. Heute könnte einem fast übel werden beim
Ankern, denn dadurch das die Kette so verdreckt war kommt einem aus dem Ankerkasten
ein ziemlich unangenehmer Duft entgegen.
Puh!
Hier ist kaum was los, nur noch zwei andere Boote, sonst ist nichts zu sehen.
Am Wochenende geht es hier allerdings immer hoch her. Das ist nämlich
der "In-Strand" der Einheimischen. Halb Port of Spain setzt sich
wohl am Sonntag ins Auto und quält sich durch stundenlange Staus zu diesem
Strand. Zwei große schöne Sandstrände und jede Menge kleine
Stände, das scheint der Renner zu sein.
Wir machen uns noch etwas zu essen, dann soll es das für heute gewesen
sein.
Auch der Montag beginnt nicht all zu spät und so sind wir um halb neuen
fertig und brechen auf nach Chaguaramas.
Heute morgen ist hier auf dem Wasser allerdings was los. Ein paar Fischer
fahren raus und dann gibt es hier ziemlich viele Pelikane die sich wohl gerade
ihr Frühstück holen.
Die ganze Nacht hat es geregnet! Wir fahren im Regen los, wir fahren durch
den Regen hindurch und vier Stunden später kommen wir bei Regen an. Na
toll!
Bei der Durchfahrt von Boca de Monos haben wir ablaufend Wasser und somit
eine starke Strömung gegen uns. Hinzu kommen Windböen die mit über
30 Knoten gegen uns peitschen.
Doch bald ist es geschafft und wir legen in der Crews Inn Marina längsseits
an.
Sonst ist bei Ankunft in einer Marina immer die erste Tat das Schiff abspritzen,
doch heute sind die Prioritäten etwas anders gelagert. Thomas macht sich
auf den Weg den Papierkram zu regeln und besorgt uns einen Mietwagen. Damit
fahren wir zusammen los und suchen eine Werft auf, die hauptsächlich
Katamarane repariert und wie wir später erfahren, auch selbst baut.
Wir fahren also zu Aikane, das ist der Name der Werft, und erklären unser
Problem.
Selbstverständlich müssen die Herren sich das vor Ort ansehen und
so vereinbaren wir einen Termin für morgen Vormittag. Wir fahren noch
ein wenig in Richtung Port of Spain dann geht es auch schon wieder zurück
an Bord.
Wenn auch für SILVER BLUE selbst heute kein Waschtag ist, die Wäschekammer
ruft.
Thomas kümmert sich um Strom und Wasseranschluss und diverse andere Dinge
und ich pendle bis spät in die Nacht hinein zwischen Schiff und Waschsalon
und doch ist noch nicht alles geschafft. Morgen ist ja auch noch ein Tag!
Dienstag und kurz nach 9 Uhr kommen zwei Herren von Aikane an Bord und sehen
sich das alles mal an.Wie sie sehen, sehen sie nichts!
War fast zu erwarten, denn im Inneren des Schiffs ist alles schön verkleidet
mit Holz und Tapete und das muss erst mal ab. Von Außen ist so auch
nichts festzustellen also lautet der Auftrag bis Morgen: in der Kabine, in
der wir sonst schlafen, die Decke abnehmen und die Tapeten von der Wand lösen.
Eben alles so weit abmachen und abbauen dass man alles einsehen kann. So ist
Thomas damit beschäftigt das alles zu demontieren und ich spiel noch
einmal die Frau vom Waschsalon. Nachmittags klappert dann Thomas noch ein
paar Händler ab da wir noch das eine oder andere benötigen und ich
hab auch noch ein wenig was zu tun da das Logbuch ja noch nicht im Netz steht;
so wie diese Woche auch.
Doch das habt ihr ja längst festgestellt, am Mittwoch ist es dann verfügbar.
Dann steht uns ja noch ein kleiner Umzug "ins Haus", denn unsere
Koje ist mittlerweile Baustelle. Kein Problem, wir haben ja 3 weitere Kojen
und somit freie Auswahl.
Auch der Mittwoch beginnt mit dem Besuch der zwei Herren von Aikane. Sie untersuchen
und testen was geht, schauen überall nach und können abermals nichts
finden. Keine klare Aussage, doch das Beruhigende daran ist, das vorerst wohl
auszuschließen ist, das mit der Struktur des Schiffes etwas nicht (mehr)
stimmt. Doch ausgestanden ist das noch nicht. So wird ein weiterer Termin
vereinbart und zwar für den Samstag und dann geht es raus zum Segeln
und von Aikane ist einer mit dabei.
Zur Mittagszeit laufen liebe Bekannte in Chaguaramas ein. Die S.Y. Julia ist
nun auch da!
Ursprünglich wollen die Drei, Ute, Erich und Julia, einen Tag nach uns
in Charlotteville aufbrechen, doch wie das so ist mit dem Aufbrechen habt
ihr ja bei uns bestens gesehen.
Wir beide machen uns auf den Weg in Richtung Port of Spain, halten unterwegs
an und essen einen Happen, dann geht es noch schnell in den Supermarkt ein
wenig einkaufen.
Heute ist ja Frühlingsanfang und das Ostern direkt vor der Tür steht
ist nicht zu übersehen.
Überall Osterdekoration und Süßigkeiten. Hier gibt es sogar
einen Shop der nur Osterartikel verkauft in allen Farben und Formen, Dekoration,
etc. Ob die hier wohl auch Ostereier suchen? Wie auch immer, wir machen uns
wieder auf den Heimweg und suchen uns noch ein wenig Arbeit.
Der Donnerstag bringt nur für Thomas ein Programm mit sich, denn er will
heute mal recherchieren wie die Flugverbindungen aussehen, denn wir werden
ja für ein paar Wochen nach Hause fliegen. Ich genehmige mir heute ein
schönes Buch und lege das eigentlich nur dann aus der Hand, wenn ich
über Deck rennen muss um die Luken auf oder zu zumachen, denn heute gibt
es einen Regenschauer nach dem Anderen.
Mit einem Abendessen im Lighthouse Restaurant, was direkt bei uns vor der
Tür liegt, und anschließend ein paar Runden Billard ( wobei ich
fürchterlich paniert wurde! ) ist dann auch dieser Tag gelaufen.
Freitag ist Einkaufstag und so fahren Ute und ich mit dem Maxi Taxi Service
Members only, Jesse James, nach Port of Spain in den Supermarkt zum Einkaufen.
Das geht immer ganz witzig her. Das Taxi sammelt uns Segler bei den verschiedenen
Marinas ein und bringt die ganze Ladung zum Einkaufen. Dann jagen wir eine
Stunde durch den Supermarkt. An der Kasse wird einem der ganze Einkauf eingepackt,
das ist hier so üblich, und dann muss auf jede Tüte der Schiffsname
und die Marina in der das Schiff liegt geschrieben werden. Die Tüten
landen dann alle in einem separaten Lieferwagen und wir werden wieder ins
Taxi verfrachtet und zurück zur Marina gebracht. Dort wird dann der Einkauf
angeliefert und man kann alles an Bord bringen. So haben wir schön eingekauft,
doch leider nicht alles, denn Obst und Gemüsetechnisch sah es in dem
Supermarkt nicht so toll aus. Da haben Ute und ich kurzerhand beschlossen,
morgen ( ebenfalls mit Members Only ) zum Markt zu fahren.
Gute Idee, wenn das auch bedeutet um 06:30 Uhr parat sein.
Thomas nutzt den schönen Vormittag um sich den Golfplatz hier ein wenig
aus der Nähe anzusehen.
Ich hab heute eine kleine Premiere, ich habe zum ersten Mal ein rechtsgesteuertes
Auto gefahren. Das ist schon ganz schön anders und gewöhnungsbedürftig
doch meine erste Fahrt verlief problemlos und unfallfrei. Geht also.
Heute trifft ein altes Sprichwort auf uns zu: "am Abend wird der Faule
fleißig!"
Wenn wir morgen schon Segeln gehen, dann wird auch das Schiff vorher noch
abgespritzt.
Eigentlich wollten wir das nur kurz und schnell machen, doch dann kommt das
Eine zum Anderen und es dauert doch alles länger und bis wir fertig sind
ist es schon längst dunkel.
Samstag der 23.03.und um 05:30 Uhr ist für mich die Nacht vorbei denn
heute gehe ich mit Ute zusammen zum Markt. Um halb sieben werden wir abgeholt
und eine halbe Stunde später stehen wir vor den Markthallen. Scheint
recht groß zu sein, also heißt es Gas geben, denn in einer Stunde
müssen wir wieder zurück sein. Hier wird alles in rauen Mengen angeboten
und verkauft. Wie wir erfahren kaufen hier auch Händler und Gastronomen
ein und so kommt es, dass an einem Stand bei dem zentnerweise Tomaten stehen
doch keine zu kaufen sind, da sie schon anderweitig verkauft wurden. Wir haben
uns ein wenig über die frühe Stunde gewundert, doch jetzt ist uns
klar das wir beim nächsten Mal noch eher dort sein müssen.
Dieser Markt beginnt bereits am Freitag Abend um 23 Uhr, dann fangen die Händler
an ihre Stände aufzubauen und ihre Waren zu präsentieren und dauern
soll das Ganze bis heute um Mitternacht. So jagen wir über das Gelände
und sehen nur einen kleinen Teil. Einige Hallen passieren wir nur, also müssen
wir hier unbedingt noch einmal her und das mit viel Zeit.
Die letzten zwei Minuten die uns noch bleiben nutzen wir um ein wenig Fleisch
zu kaufen. Hier geht es zum Glück hygienischer und humaner zu als Freitags
in Charlotteville so dass wir auch genau das bekommen was wir haben möchten.
Zurück an Bord stehen Thomas und der Herr von Aikane schon so gut wie
in den Boxen und es kann losgehen. Wir bringen noch schnell den Einkauf in
Sicherheit und los geht es. Auf dem Weg nach Draußen steigt Erich noch
zu und somit sind wir zu viert an Bord.
Zuerst haben wir wieder nur ganz wenig Wind doch dann kommt eine schöne
Brise auf.
So setzen wir das Groß und die Fock und sind gespannt was wir heute
feststellen können.
Der Wind frischt so auf, dass wir sogar reffen müssen.
16 Meilen sind wir für unseren Test unterwegs, gehen so hoch an den Wind
wie nur möglich um die Bedingungen zu haben die wir hatten als wir das
Problem entdeckt haben.
Nach ca. 3 Stunden sind wir wieder auf dem Rückweg, Erich verlässt
uns wie er zugestiegen ist, nämlich unterwegs und wir drei essen noch
eine Kleinigkeit zusammen.
Das Salzwasser eben vom Schiff abgespritzt ist dann der Nachmittag auch schon
fast vorüber.
Gegen Abend kommen Erich und Ute kurz vorbei und wir fahren zusammen mit dem
Dingi in eine andere Marina und besuchen dort Freunde von ihnen. Alle samt
gehen wir etwas trinken und dann wieder zurück ins Reich und nicht all
zu spät zu Bett denn am Sonntag machen wir einen kleinen Ausflug. Wohin
es geht, was wir dort alles gesehen ...
... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!
so long
Diana + Thomas
Wir haben schon so oft von Thomas wohlschmeckendem Rumpunsch oder auch Schmunzelwasser
berichtet, das es mal an der Zeit ist zu verraten, was da so rein kommt.
Nicht erschrecken, denn die Ingredienzien sind für einen 4 - 5 Liter
Kanister, und das lohnt sich auch eine solche Menge zu mischen, denn das Getränk
ist genial.
Also:
Gut eine halbe Flasche braunen Rum, knapp eine halbe Flasche weißen
Rum,
1,5 Liter Ananas - Saft
1,5 Liter Orangen - Saft
150 - 200 ml Limettensaft oder purer Zitronensaft geht auch
gut 50 ml Grenadine
Auffüllen mit Saft nach belieben, entweder Passionsfrucht oder wer es
gerne etwas herber hat nimmt Grapefruitsaft, der Fantasie sind keine Grenzen
gesetzt.
Eines ist allerdings sehr wichtig: Muskatnuss, frisch geriebene Muskatnuss,
gut eine halbe Nuss fein reiben und zugeben. Alles gut mischen, kalt stellen
und mit viel Eis genießen!
Prosit!




