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Logbuch

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KW 10 2002

03.03.2002 - 09.03.2002

Es ist Sonntag der 03. März und Thomas und mir gefällt es in Charlotteville auf Tobago nach wie vor sehr gut, also bleiben wir noch etwas hier. Im Laufe der Woche wollen wir dann aber doch so langsam mal wider weiter. Mal sehen!
Auch heute, ein wunderschöner Tag! Direkt nach dem Aufstehen, hüpf, und rein ins Wasser. Ist das schön; wenn es auch manchmal etwas unangenehme Begegnungen im Wasser gibt, wie z.B. Quallen. Die nesseln und es brennt und juckt als hätte man sich in Brennnesseln gesetzt. So erging es mir, als wir mal auf einen Kaffee zu Alexandra und Karl rüber geschwommen sind. Was lernen wir daraus? Wir fahren mit dem Dingi zum Kaffee trinken. Heute Nachtmittag treffen wir uns nämlich auf der Gryllos zum Kaffeeklatsch.
Alexandra hat Kekse gebacken und wir bringen einen Kuchen mit. Da sitzen wir nun wieder beieinander und sind am ratschen. Heute jedoch nicht bis in die Puppen, denn Thomas und ich gehen an Land, dort ist heute bei Sharon & Phebe´s wieder Büffet und somit bleibt bei uns heute die Küche kalt. Alexandra, Ute und Karl kommen später noch auf einen Drink nach.
Wie jeden Sonntag sind viele Yachties hier, was sich auch wirklich lohnt.
Es ist nicht all zu spät, als wir uns alle mit dem Dingi auf den Weg zurück zu unseren Schiffen machen.
Der Montag beginnt leider etwas unruhig. Ein unangenehmer Schwell steht in die Bucht und wir werden ziemlich durchgeschaukelt. Auf Grund der Wettervorhersage war zu erwarten dass da was kommt, doch das es so schaukelt. Na ja!
Thomas geht am Nachmittag an Land und ich sehe zu, dass das Logbuch mal wieder pünktlich fertig ist und auf den Weg gebracht wird. Unser Logbuch kommt nämlich ganz schön weit rum, denn ehe das auf unserer homepage steht muss das erst nach Südafrika. Dort lebt Ute, und Ute stellt immer das Logbuch ins Netz, führt alle Änderungen durch und die Übersetzungen in Englisch macht sie auch. Am späten Nachmittag bin ich dann fertig, das Logbuch ist auf dem Weg zu Ute, und Thomas holt mich ab. Wenn es auch heiß ist ohne Ende, so machen wir doch einen kleinen Spaziergang durch Charlotteville. Doch wir sind nicht lange unterwegs, denn durch die Straßen geht kaum ein Windzug und die Luft steht förmlich.
Also zurück in Richtung Anleger und dann rechts abbiegen und in der Bar was kaltes trinken.
Dort sitzt eh schon die ganze "Nachbarschaft" beisammen.
So richtig ruhig sitzen kann hier heute allerdings kaum einer denn durch den starken Schwell muss man sein Dingi gut im Auge behalten falls der Heckanker nicht mehr hält und der Motor dann unterm Steg zerdeppert wird.
So gehen wir zurück an Bord und lassen uns dort wieder durchschaukeln und später in den Schlaf schaukeln.
Um 7 Uhr ist am Dienstag Morgen Tagwache, und es gibt vorerst nur eine Tasse Kaffee und einen Keks dann geht es los. Mit Tröten bewaffnet holen wir Alexandra und Karl ab, und zusammen mit "Bananas", ein Segler aus Woodstock/USA, machen wir uns auf den Weg zur SY Julia. Dort tuten wir zuerst kräftig und dann singen wir Ute ein Ständchen, denn sie feiert heute ihren 40.Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!
Doch ehe am Nachmittag die Geburtsfeier losgeht haben wir noch ein bisschen was zu tun.
Zurück an Bord wird erst mal gefrühstückt. Wir sind ja nun doch schon etwas länger hier und hatten somit auch keine Möglichkeit Wasser zu tanken. Eigentlich kein Problem, denn wir haben ja die Entsalzungsanlage und damit "kocht" Thomas regelmäßig Wasser.
Doch heute streikt das gute Teil und somit ist die Zeit bis zum Geburtstagskaffee bereits verplant. Um 17 Uhr ist es dann Zeit das wir uns auf den Weg zur Geburtstagsfeier machen.
Zweien ist allerdings nicht so richtig nach Feiern: Erich, denn der ist seit mehreren Tagen krank und Thomas denn die Entsalzungsanlage war nicht in Gang zu bringen.
Vielleicht hilft ein Schluck Rumpunsch ( auch Schmunzelwasser genannt ) oder ein Caipi.
Doch das soll es für heute noch nicht gewesen sein mit streikenden Geräten, denn als Ute das Abendessen auf den Herd stellt und dafür den Generator startet, überhitzt der nach kurzer Zeit und schlägt Alarm.
Dann werden die Kartoffeln eben kurzerhand auf einem anderen Schiff gekocht und das Fleisch ist eh schon fertig und heiß.
Bis Mitternacht sitzen wir in illustrer Runde zusammen und haben jede Menge Spaß.
Da von dem Geburtstagskuchen noch etwas übrig ist verabreden wir uns alle für den morgigen Tag zum Kaffeeklatsch bei uns und somit wissen wir schon was morgen ansteht.
Einfach schön gemütlich.
Der Mittwoch fängt für mich etwas langsam und vorsichtig an, da mir irgendwie nicht ganz wohl ist. Nein, ich war nicht betrunken, wäre mir fast lieber gewesen, dann wüsste ich wenigstens wovon. Egal, bis zum Kaffeeklatsch wird das schon wieder. Gegen 16 Uhr trudelt dann alles ein und wir sitzen beisammen und stellen mal wieder fest, wie gut wir es doch haben. Die Zeit rennt nur so dahin, ruck zuck wird es dunkel und vom Strand hallt das Zwitschern der Vögel herüber. Idyllisch!
Wenn wir schon so gemütlich beisammen sitzen, können wir hier ja auch zusammen zu Abend essen. Wir haben noch den von Thomas gefangenen Fisch im Tiefkühler, dazu machen wir einfach ein paar Kartoffeln und einen Salat und wir haben alle ein schönes Abendessen und einen tollen Abend.
So vergehen hier zur Zeit die Tage. Man fährt mal eben kurz an Land, trifft dort jemanden und versumpft. Oder Mittags gibt's irgendwo einen Kaffee und man verhockt auch.
Zwischendurch verbraten wir auch etliche Stunden mit dem Laptop, da nach wie vor das Navigationsprogramm nicht fehlerfrei läuft. Ein anderer Segler, John, der sich mit Computer sehr gut auskennt hilft uns hierbei einwenig, wobei die Stunden nur so dahin gehen.
Am Donnerstag ist in der Bucht ziemlich Bewegung, denn durch den starken Schwell ankern viele neu und das öfters. Unser Anker hält zum Glück ganz gut und wir können bleiben wo wir sind. Ein Platz wird ab morgen ganz "frei" sein, denn Alexandra und Karl fahren weiter und wollen morgen in der Früh schon los. Folglich heißt es auf Wiedersehen sagen und das findet auf der S.Y. Julia statt. Unser Plan sah ja auch so aus, dass wir diese Woche hier verschwinden. Doch bei der See haben wir draußen überhaupt nichts verloren. Wir müssen wirklich abwarten, bis es etwas ruhiger ist, um sicher zu gehen das nicht noch mehr kaputt geht. Apropos kaputt, Thomas hat die Entsalzung reparieren können und somit bleibt es uns zum Glück erspart das Wasser Kanisterweise von Land zu holen.
Seit heute ist hier in Charlotteville der Bär los. Eine Art Angelwettbewerb findet hier statt und dauert 4 Tage. Das Tobago Fishing Tournament. Aus Trinidad werden Fischer erwartet und auf dem Dorfplatz stehen schon die großen Boxen von den Musikanlagen. Nu ist es vorbei mit der Ruhe. Mittags um 12 Uhr fängt die Musik an und dröhnt bis nach Mitternacht, und so wie die Boxentürme stehen, dröhnt alles in die Bucht. Das kann ja heiter werden!
Ein Regenschauer schmeißt uns am Freitag gegen 7 Uhr aus der Koje. Hm, eigentlich wollten wir der Gryllos III ja noch winken, doch die Zwei scheinen schon ganz früh los gefahren zu sein. Gute Fahrt und vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Die See hat sich wieder etwas beruhigt und auch der Schwell hat merklich nachgelassen. So kann man heute mal wieder an Land ohne befürchten zu müssen dass das Dingi das nicht übersteht. Am Nachmittag machen wir uns auch auf und gehen an Land, denn heute kommt ja mal wieder der Gemüsemann und der Metzger. Durch diesen Angelwettbewerb stoppen die Autos heute allerdings an einem anderen Platz. Bei dem Gemüsemann macht das nichts aus, aber beim Metzger. Denn bis wir sehen wo der steht, stehen schon 10-15 Leute bei ihm. Dann stellen wir uns eben mit dazu, und dass für annähernd eine Stunde. Mit dem Ergebnis das er bis ich drankomme nur noch ein paar Stücke Schweinefleisch hat, oder besser gesagt ein paar Knochen von der Sau mit viel Fett und Schwarte. Ts, da steh ich mir die Füße platt und dann krieg ich nicht mal mehr was.

Wieder um eine Erfahrung reicher. Dann gibt es eben kein Fleisch!
Und dafür musste ich nette Unterhaltung abbrechen, denn heute haben wir hier eine nette junge Frau kennen gelernt, Stephanie aus Heidelberg. Sie macht hier zwei Wochen Urlaub in Charlotteville. Vom "Metzgergang" zurück unterhalten wir uns noch ein wenig, trinken noch was. Dann dämmert es schon langsam und es wird Zeit sich mal auf den nach Hause Weg zu machen.
Die Musik hören wir ja auch noch an Bord, und das mehr als uns lieb ist.
Wir verabreden uns also für den nächsten Tag und fahren zurück.
   Dämmerung

Samstag der 09.03. und die Party an Land beginnt bereits um 10 Uhr morgens. Die absolute Dauerdröhnung und langsam reicht es eigentlich. Nichts desto trotz gehen wir heute auch mal zu der Veranstaltung. Mittags kommen die ganzen Fischer zurück und bringen ihren Fang an Land. Heute war der Wettbewerb für die Einheimischen Fischer und wir treffen den Gewinner. Black Mouth "heißt" er, bzw. wird er genannt, denn hier im Ort hat jeder einen Spitznamen, kaum einer wird mit seinem richtigen Namen gerufen, so also auch Winston alias Black Mouth!
Thomas und ich machen noch einen Spaziergang, ein paar Bilder, und dann geht es noch mal zurück an Bord, ehe auch wir uns ins Getümmel stürzen.

Blck
   Überall in den Straßen in den Bars ist heute Party. Als wir wieder an Land kommen wird in Straßen schon getanzt und gesungen. Das Alter spielt hier keine Rolle. Die vielleicht gerade mal 3 jährigen Kinder tanzen ebenso mit wie 70 jährige. Ein nettes Bild. Ehe wir jedoch das Tanzbein schwingen müssen wir uns noch etwas stärken und das geschieht nur ein paar Meter weiter, denn dort gibt es heute ein BBQ. Hier gibt es auch Musik, aber hausgemacht, nicht aus der Konserve. Echte afrikanische Rhythmen gibt es hier auf die Ohren. Mit großen Bambusrohen stampfen die Männer auf den Boden und klopfen zugleich mit einem Gegenstand an den Bambus. Bongos, Rasseln, eine Art Tamburin, Instrumente die keine sind und ab und zu gibt es auch Gesang dazu. Die Augen geschlossen könnte man wirklich meinen man sitzt mitten im Busch.
Zwischenzeitlich haben sich Stephanie und etwas später auch John zu uns gesellt. Da sitzen wir auf dem Bordstein und lauschen. Auf Dauer ist diese Art Musik jedoch auch etwas anstrengend und so beschießen wir eine Station weiter zu gehen. Wir gehen wieder zurück, wo die Party zu dem Angelwettbewerb ist, oder besser gesagt, war. Denn hier ist nichts mehr los. Keiner tanzt, alle stehen nur am Straßenrand und schauen. Hier wurde wohl zwischenzeitlich etwas aufgeräumt.

Angeblich wurden mehr als 30 Personen abgeführt weil sie ein Pfeiffchen geraucht haben und das ist auch auf Tobago nicht erlaubt. Dann gehen wir eben noch eine Station weiter, in die Beach Bar. Schon von ferne ist Musik zu hören und es ist auch ziemlich was los. Hier sind wir richtig. Bis Mitternacht halten wir durch, feiern noch mit ein paar Einheimischen, doch dann reicht es auch und somit ist für heute und diese Woche Schluss ...

... was uns die neue Woche so gebracht
... in einer Woche (!) wieder hier:
gleiche Welle, gleiche Stelle!

so long

Diana + Thomas


Kulinarisch gibt es heute einen Snack:
Mozarella in Carrozza ( 4 Personen )

300 g Mozarella
16 Scheiben Weißbrot
3 Eigelb
5 EL Öl
evtl. Holzspießchen

Mozarella in dünne Scheiben schneiden und zwischen je zwei Weißbrotscheiben legen. Das Brot evtl. mit kleinen Holzspießchen feststecken, damit der Käse später nicht herausläuft.
Die Eigelbe in einem tiefen Teller verquirlen , die Brote darin wenden und ziehen lassen bis sie sich gut vollgesogen haben. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Brote darin goldbraun ausbacken.
Dazu schmeckt ein Tomatensalat.
Kleiner Tipp: das Eigelb evtl. mit etwas Milch stecken und wer nicht mit Holzspießchen arbeiten möchte feuchtet die Brotränder leicht mit Wasser an und presst sie zusammen.
Weitere Varianten können sein eine Scheibe Schinken oder Salami zu dem Mozarella oder den Käse einfach mit ital. Kräutern würzen, oooder statt Mozarella einfach ital. Gorgonzola verwenden, das ist die ganz würzige Version.
Mahlzeit.